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Therapie

Handlungsempfehlungen

Die Empfehlungen auf tala-med Rückenschmerz basieren zunächst auf der NVL unspezifischer Kreuzschmerz. Diese wurden von Mitarbeitenden der Universitätsklinik Freiburg mit weiteren internationalen Leitlinien und Übersichtsarbeiten abgeglichen, um übergreifende, evidenzbasierte Handlungsempfehlungen inkl. Empfehlungsstärke generieren zu können.

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Nachfolgend werden die Therapie-Empfehlungen der NVL dargestellt. Die Unterscheidung der Maßnahmen wird hier nach der Schmerzdauer vorgenommen.

  • akuter Kreuzschmerz: < 6 Wochen
  • subakuter Kreuzschmerz: 6 -12 Wochen
  • chronischer Kreuzschmerz:
    • > 6 Wochen mit psychosozialen / arbeitsplatzbezogenen Risikofaktoren
    • > 12 Wochen ohne psychosoziale / arbeitsplatzbezogene Risikofaktoren

Akuter KreuzschmerzSubakuter KreuzschmerzChronischer Kreuzschmerz

Nicht-spezifischer Kreuzschmerz: Maßnahmen

Begleitende nicht-medikamentöse Therapie

  • Nicht-medikamentöse Maßnahmen sollen als erste Therapieoption genutzt werden.
  • Körperliche Aktivität und Bewegung soll den Betroffenen empfohlen werden.
  • Im Arzt-Patienten-Gespräch sollte deshalb gemeinsam überlegt werden, welche Art von Bewegung für die Betroffenen geeignet ist und wie und wann die Bewegung am besten in den Alltag zu integrieren ist.

Unterstützende medikamentöse Therapie

  • Medikamente sind allgemein nicht das erste Mittel der Wahl.
  • Falls dennoch erforderlich (z. B. bei starken Schmerzen), dann orale Gabe mit niedrigster wirksamer Dosierung und so kurzzeitig wie möglich.

Thematisierung möglicher psycho-sozialer Risikofaktoren

  • Sprechen Sie ein mögliches Chronifizierungsrisiko direkt an.
  • Erfassen Sie Merkmale, die primär schmerzunabhängig sind (Depressivität, Unzufriedenheit am Arbeitsplatz).

» Übersicht aller Behandlungsempfehlungen

» Mehr Infos: Nachschlagen Verlauf Risikofaktoren für eine Chronifizierung akuter Kreuzschmerzen

Edukation, Beratung

  • Ärztliche Aufklärung und Beratung ist von großer Bedeutung.
  • Bitte vermitteln Sie im Arzt-Patienten-Gespräch:
    • grundsätzliche Unbedenklichkeit und Bedeutung von regelmäßiger körperlicher Aktivität
    • leistungsangepasste Dosierung körperlicher Aktivität und Regeln für die Dosissteigerung
    • persönliche Präferenzen des Patienten bei der Wahl der Aktivitäten berücksichtigen
    • Bedeutung einer ausgewogenen Balance zwischen Be- und Entlastung
    • Zieldefinition: Leistungssteigerung ohne Schmerzsteigerung
  • Edukation + Bewegung führen zum Erfolg.
  • Ziele: Dauerhafte Motivation zur Bewegung, Stärkung der Eigeninitiative, Abbau von Ängsten.

» Mehr Infos: Nachschlagen Therapie Prävention

Spezifischer Kreuzschmerz: Proaktive Maßnahmen

Therapie nach Kreuzschmerzursache

» Mehr Infos: Nachschlagen Seltene Diagnosen

Mit psychosozialen / arbeitsplatzbezogenen Risikofaktoren: Proaktive Maßnahmen

Ärztliche Aufklärung individuelles Risikoprofil

  • Aufklärung beinhaltet eine Beratung zu geeigneten Formen der Schmerzverarbeitung im Alltag sowie dem Abbau von Stress, unter Berücksichtigung problematischer Denk- oder Verhaltensmuster.
  • Weiterhin Aufklärung über Aufrechterhalten körperlicher Aktivitäten und Vermeidung von Schonverhalten.
  • Überprüfung Möglichkeiten der psychologischen Mitbehandlung.

» Mehr Infos: Evidenzbasierte Behandlungsempfehlungen

Intensivierung ambulanter Therapie inkl. Bewegungstherapie nach verhaltenstherapeutischen Prinzipien

  • Bei unzureichendem Heilungsverlauf oder Einschränkungen der Funktionsfähigkeit kann Bewegungstherapie in Kombination mit Verhaltenstherapie möglicherweise zu positiven Effekten führen.
  • Diese Therapieintensivierung kann durch geschulte Physiotherapeut*innen erzielt werden.
  • Psychologische Interventionen können als Teil eines Behandlungspaketes mit Bewegung sinnvoll sein.
  • Multimodale Behandlungsprogramme sollen nur angewandt werden, wenn weniger intensive evidenzbasierte Therapieverfahren unzureichend wirksam waren. Eine multimodale Behandlung setzt grundsätzlich voraus, dass spezifische Störungen der Körperstrukturen mit dringendem Behandlungsbedarf („red flags”) ausgeschlossen wurden.
  • Medikamente sind allgemein nicht das erste Mittel der Wahl; falls dennoch erforderlich (z. B. bei starken Schmerzen), dann orale Gabe mit niedrigster wirksamer Dosierung und so kurzzeitig wie möglich.

» Mehr Infos: Evidenzbasierte Behandlungsempfehlungen

Beratung zu arbeitsplatzbezogenen Problemen und ggf. Einleitung von Maßnahmen

  • Gerade bei Patient*innen mit erhöhtem Chronifizierungsrisiko und niedrigerem sozioökonomischen Status ist eine Informationsvermittlung, z. B. durch den behandelnden Arzt * die behandelnde Ärztin unverzichtbar.
  • Die Inhalte können sehr vielseitig sein und reichen von der Wissensvermittlung bis hin zu Techniken zur Verhaltensänderung.
  • Dabei sollten vor allem folgende Ziele verfolgt werden: dauerhafte Motivation zur regelmäßigen körperlichen Aktivität, Stärkung der Eigeninitiative der Patienten und Abbau von Ängsten.

» Mehr Infos: Nachschlagen Therapie Prävention

Ohne psychosoziale / arbeitsplatzbezogene Risikofaktoren: Zurückhaltende Maßnahmen

  • Berücksichtigung: Schmerzstärke, funktionelle Beeinträchtigung, Komorbidität, Behandlungswunsch.
  • Überprüfung und Ergänzung/Intensivierung der Therapie.
  • Ggf. fachärztliche Mitbetreuung zur Therapieoptimierung.
  • Ggf. abwartendes Verhalten, Fortsetzen der symptomorientierten Basistherapie.
  • Ggf. begleitende nicht-medikamentöse Therapie

» Mehr Infos: Evidenzbasierte Behandlungsempfehlungen

Ohne Besserung: Langzeitbehandlung

  • Die Langzeitbetreuung bei Patient*innen mit rezidivierenden oder chronischen Kreuzschmerzen kann wohnortnah durch den Arzt * die Ärztin erfolgen.
  • Wichtig ist ein kontinuierlicher Austausch mit Ärzt*innen anderer Fachdisziplinen.
  • Komorbiditäten bei Kreuzschmerzen wie Osteoporose, Schlaganfall, Depression, etc. sollten in der Therapie besonders berücksichtigt werden.

» Mehr Infos: Evidenzbasierte Behandlungsempfehlungen

Mit Besserung: Nachsorge

  • Die Vorbereitung der Zeit nach der Behandlung (z. B. eigenverantwortliche körperliche Aktivität, Sport, usw.) soll integrativer Teil des Therapieplans sein.
  • Das primäre Ziel ist dabei die Überleitung von Therapieinhalten in selbständig durchgeführte Aktivitäten.

» Mehr Infos: Nachschlagen Therapie Prävention

Eine Zusammenfassung konkreter Empfehlungen zur Behandlung, basierend auf verschiedenen Leitlinien und weiterer Evidenz, haben wir für Sie unter » Handlungsempfehlungen erstellt.