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Behandlung

Sollte bei der Untersuchung eine klar erkennbare und/oder eine schwerwiegende Ursache festgestellt werden, die gegebenenfalls weitere Untersuchungen oder die Einbeziehung von anderen Fachärzt*innen verlangt, wird Ihr Arzt * Ihre Ärztin Sie dazu individuell aufklären und zu den Therapieoptionen beraten können. In den meisten Fällen entstehen jedoch akute Kreuzschmerzen ohne klare Ursache und Sie selbst können sehr viel dazu beitragen, um Ihre Symptome zu lindern.

Im Folgenden möchten wir Ihnen eine Übersicht geben, was sich bei akuten und subakuten Kreuzschmerzen ohne klare Ursache als hilfreich erwiesen hat und was nicht.

Behandlungsempfehlungen

Sie leiden unter Kreuzschmerzen und suchen die für Sie passende Therapiemöglichkeit? In der folgenden Übersicht zeigen wir Ihnen, welche Maßnahmen empfohlen werden, und ob möglicherweise Nebenwirkungen mit der Anwendung verbunden sein können. Die enthaltenen Informationen basieren auf der aktuellen Nationalen VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz, deren Inhalte vertrauenswürdig sind, da Sie auf dem besten derzeit verfügbaren medizinischen Wissen beruhen.

Kurze Zusammenfassung
  • Maßnahmen ohne Medikamentengabe sollen bevorzugt als Therapieoption genutzt werden, insbesondere regelmäßige Bewegung wird empfohlen, z. B. ein Spaziergang oder gezieltes Rückentraining.
  • Von Bettruhe wird dringend abgeraten, da dadurch die Inaktivität gefördert und der Muskelabbau beschleunigt wird und dies wiederum Schmerzen verlängern oder verstärken kann.
  • Medikamente sind nicht das erste Mittel der Wahl. Falls sie aber dennoch nötig sein sollten, z. B. bei starken Schmerzen, sollten sie grundsätzlich in Tablettenform (und nicht als Spritzen) und in der niedrigsten wirksamen Dosis so kurz wie möglich eingenommen werden.
  • Medizinische Leistungen, bei denen Sie eine Zuzahlung leisten müssen, haben allgemein einen schwachen Wirksamkeitsnachweis, d. h. die Wirksamkeit konnte in Studien nicht oder nicht eindeutig nachgewiesen werden. Dazu gehören beispielsweise Akupunktur, Massage oder die Anwendung von medizinischen Hilfsmitteln, wie Korsetts gegen Rückenschmerz. Für diese Anwendungen kann somit keine Empfehlung ausgesprochen werden.

Quelle: [1]

Aktuelles aus der Forschung

Faszientraining ist seit einigen Jahren in aller Munde. Fitnessstudios oder auch Physiotherapiepraxen bieten ihren Kund*innen eine Behandlung rund um die Körperfaszien an.

Quelle: wikimedia.org

Faszien sind die Hüllen für Organe, Muskeln und Muskelgruppen. Sie bestehen aus elastischen Netzen sowie wenig dehnbaren, gekreuzt verlaufenden Bindegewebsfasern, die unter anderem dafür da sind, dass Muskeln gut aneinander vorbei gleiten können.

Große Körperfaszien umhüllen die Gesamtmuskulatur des Rumpfs oder der Extremitäten (Beine und Arme). Die Vermutung der Forschungsgruppen ist, dass Faszien verkleben und so zu Schmerzen und Erkrankungen führen können.

Es existieren momentan jedoch keine Studien oder Übersichtsarbeiten, die einen klaren Nutzen des Faszientrainings belegen. Wir können somit keine Empfehlung aussprechen, da es dafür immer erst mehrfache Bestätigung von Ergebnissen aus der Forschung bedarf.

Quellen: [9-11]

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Quellen

[1] Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nicht-spezifischer Kreuzscherz. PatientenLeitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie, 2. Auflage. 2017, Zugriff am 13.03.2025.

[9] Dorit Schöller. Pschyrembel Online. Faszie. https://www.pschyrembel.de/Faszien/K07KW/doc/. Zugriff am 13.03.2025. 

[10] ARTE TV. Faszien – Geheimnisvolle Welt unter der Haut. 2017.

[11] Stiftung Gesundheitswissen: Knochen, Gelenke, Muskeln – Wie funktioniert der Stütz- und Bewegungsapparat? Was sind Faszien? 28.07.2022, Zugriff am 13.03.2025.