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Diagnose

Wenn Sie Kreuzschmerzen haben, wird Ihr Arzt * Ihre Ärztin gemeinsam mit Ihnen versuchen herauszufinden, wodurch Ihre Beschwerden entstehen. Dabei helfen bestimmte Untersuchungsmöglichkeiten. Alle Ergebnisse aus den Untersuchungen werden gesammelt und am Ende fügt Ihr Arzt * Ihre Ärztin diese Informationen zu einem Gesamtbild zusammen, Ihrer Diagnose.

Patienten-Arzt-Gespräch

Dieses Gespräch ist die Basis für jede weitere Untersuchung und sowohl für den Arzt * die Ärztin als auch für Sie sehr wichtig.
Der oder die Behandelnde möchte in diesem Anamnese-Gespräch so viel wie möglich über Ihre derzeitigen Symptome, Begleiterkrankungen, Ihre medizinische Vorgeschichte sowie Ihre Lebensumstände erfahren. Dabei sollten Sie als Patient*in im Zentrum stehen. Ein patientenzentriertes Patienten-Arzt-Gespräch läuft in drei Phasen ab:

Sie können dem*der Behandelnden helfen, die richtige Diagnose zu finden, indem Sie zunächst von den folgenden drei Punkten berichten:

  1. Was denken Sie selbst, wie die Beschwerden zu Stande kamen und was deren Ursache ist?
  2. Haben Sie bestimmte Befürchtungen zu den Beschwerden? Beispielsweise, dass es sich um etwas Gefährliches handeln könnte?
  3. Was sind Ihre Erwartungen an den Arztbesuch? Wie, glauben Sie, kann Ihnen Ihr Arzt * Ihre Ärztin am besten helfen? Brauchen Sie mehr Informationen über Ihre Krankheit oder eine Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung?

Danach wird Ihnen der Arzt * die Ärztin eine Reihe von Fragen stellen, wie z. B.:

  • Wo haben Sie Schmerzen? Strahlen sie aus?
  • Wann sind Ihre Beschwerden das erste Mal aufgetreten? Haben Sie in der Vergangenheit schon mal Kreuzschmerzen erlebt?
  • Wann bessern sich Ihre Beschwerden? In welchen Situationen werden sie schlimmer?
  • Wie ist der zeitliche Verlauf der Schmerzen (tagsüber, nachts)?
    Haben sich die Schmerzen in den letzten Tagen/Wochen/Monaten verändert?
  • Wie stark empfinden Sie die Schmerzen? Schränken Sie die Schmerzen in Ihrem Alltag ein?
  • Sind Ihre Schmerzen schon behandelt worden? Wie wurden sie behandelt?
  • Empfinden Sie vermehrt Stress oder Ängste? Leiden Sie an einer psychischen Erkrankung, wie z. B. einer Depression?

Indem Sie diese Fragen beantworten, helfen Sie Ihrem Arzt * Ihrer Ärztin, die genaue Diagnose und eine gute Behandlungsstrategie zu finden. Sie können sich auf das Gespräch vorbereiten, indem Sie sich Antworten bereits im Vorfeld überlegen.

Tipps zur Vorbereitung auf Ihren nächsten Arztbesuch
  • Überlegen Sie sich vor einem Gespräch mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin in Ruhe, welche Fragen Sie stellen möchten. Es kann Ihnen helfen, wenn Sie sich Ihre Fragen vorab auf einen Zettel notieren. So vergessen Sie während der Besprechung nichts Wichtiges.
  • Sie können sich während des Gesprächs Notizen machen oder um schriftliche Information bitten.
  • Fragen Sie nach, falls Sie etwas nicht verstanden haben. Bitten Sie z. B. um die Erklärung medizinischer Fachausdrücke.
  • Gehen Sie am Ende des Gesprächs nochmal Ihre Frageliste durch und überlegen, ob alle Ihre Fragen beantwortet wurden. Fragen Sie nach, falls etwas unklar geblieben ist.

Wenn Sie sich Ihre Überlegungen und Leitfragen für das Arztgespräch gerne ausdrucken möchten, finden Sie » hier unsere Vorlage.

» Mehr Infos zur Vorbereitung auf das Arzt-Gespräch

Stärke der Schmerzen messen

Die Stärke der Schmerzen kann unterschiedlich sein und auch im Krankheitsverlauf schwanken. Hinzu kommt, dass jeder Mensch sie anders empfindet. Mit besonderen Messinstrumenten versuchen Ärzt*innen, die Stärke der Schmerzen so gut wie möglich zu erfassen. Dabei kann auch ein besonderer Patientenfragebogen zum Einsatz kommen. Wundern Sie sich also nicht, wenn man Ihnen ein Formular aushändigt und Sie bittet, dort Ihre Schmerzen zu beschreiben. Fachleute empfehlen auch die Anwendung einer sogenannten Schmerzskala, mit deren Hilfe Sie die Stärke Ihrer Beschwerden auf einer Skala von null (keine Schmerzen) bis zehn (stärkste vorstellbare Schmerzen) angeben können.

Körperliche Untersuchung

Um klare Ursachen des Kreuzschmerzes zu erkennen, führt der Arzt * die Ärztin als nächsten Schritt die körperliche Untersuchung durch. Dabei untersuchen Behandelnde Ihre Wirbelsäule und deren Beweglichkeit und tasten den Rücken nach schmerzhaften Stellen ab. Der Arzt * die Ärztin testet außerdem das Gefühl, die Kraft der Muskeln und die Reflexe in den Beinen, um zu untersuchen, ob eine Nervenbeteiligung vorliegen kann.

Falls Ihre Kreuzschmerzen ins Bein ausstrahlen, kann es sein, dass die Nervenwurzeln im Bereich der Wirbelsäule gereizt sind. In diesem Fall frag der*die Behandelnde Sie, ob Sie seit Beginn der Schmerzen weitere Veränderungen an sich bemerkt haben, wie etwa eine Schwäche der Muskeln, Gefühlsstörungen in den Beinen oder eine Darm- bzw. Blasenschwäche.

Weitere Untersuchungen

Sollten nach dem Patienten-Arzt-Gespräch sowie der körperlichen Untersuchung Hinweise auf eine ernstzunehmende Ursache der Kreuzschmerzen vorliegen, wird der*die Behandelnde unter Umständen weitere Diagnoseverfahren anwenden. Dazu können bildgebende Verfahren, wie das Röntgen oder das MRT aber auch Laboruntersuchungen gehören (z. B. Blut- oder Urinuntersuchungen).

» Hier finden Sie ein Infoblatt zum Thema bildgebende Verfahren.

Jedoch belegen wissenschaftliche Untersuchungen, dass in vielen Fällen zusätzliche, teilweise belastende Untersuchungen durchgeführt werden, die nicht erforderlich und nicht zielführend für eine Schmerzlinderung sind. Fragen Sie Ihren Arzt * Ihre Ärztin bewusst danach, ob in Ihrem Fall wichtige Symptome vorliegen, die weitere Untersuchungen unbedingt erforderlich machen und ob es negative Folgen haben könnte, mit solchen Untersuchungen noch zu warten.

Weitere Informationen für Betroffene zu bildgebenden Verfahren (Röntgen, CT, MRT, Ultraschall) finden Sie auch unter entscheidung-bildgebung.de – einem Angebot der Universität Marburg.

Seelische Belastungen vorhanden?

Um seelische Belastungen festzustellen, werden Sie im Gespräch nach Ihrem Befinden gefragt. Es kann hilfreich sein, wenn Sie sich vor dem Arztbesuch überlegen, ob es in der letzten Zeit etwas gab, was Sie emotional bedrückt hat. Vielleicht werden Sie gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Gibt es Anzeichen auf seelische Probleme, kann Ihnen Ihr Arzt * Ihre Ärztin Unterstützung anbieten, eine geeignete Behandlung vermitteln oder andere Fachleute einbeziehen.

Schwierigkeiten am Arbeitsplatz vorhanden?

Falls Probleme am Arbeitsplatz bestehen, sollten diese genauer ermittelt werden. Vielleicht ist die körperliche Belastung am Arbeitsplatz zu hoch oder rückenschonendes Arbeiten schwer umsetzbar. Auch Zeitdruck, eine zu hohe Aufgabendichte oder von Ihnen nicht zu beeinflussende dauerhafte Konflikte können Belastungen darstellen, die zu Kreuzschmerzen führen. Liegen solche körperlich oder seelisch belastende Schwierigkeiten am Arbeitsplatz vor, können Sie gemeinsam mit den Behandelnden überlegen, was sich dagegen unternehmen lässt und wer Sie dabei unterstützen kann.

Quelle: [1]

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Quellen

[1] Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nicht-spezifischer Kreuzscherz. PatientenLeitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie, 2. Auflage. 2017, Zugriff am 13.03.2025.